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Sonntag, 15. Mai 2005

Inoffiziell: Freie und angestellte Journalisten bloggen

20. Mai

Referent: Mohammed Elharchi


Nicht nur einige Online-Journalisten sondern auch Print- und Rundfunk-Journalisten bloggen neben ihrem so genannten Brotjob.
  • Stelle uns einige dieser Journalisten vor, und zeige uns, wie sie nebenbei bloggen.
  • Warum gibt es erst so wenige (mir sind höchstens zwei dutzend deutsche Journalisten-Blogs bekannt)?
  • Was könnte die Gründe dafür sein, dass diese Journalisten sich hauptsächlich in ihrer Freizeit noch mal an den PC setzen – möchten sie ein neue Publikationsform ausprobieren; haben sie etwas Besonderes mitzuteilen, was sie in ihrem normalen Job vielleicht nicht können? Oder möchten sie sich – was ja vor allem für freie Journalisten wichtig ist – selbst darstellen?
  • Welche Unterschiede kannst Du zwischen der Blog-Publikation und der "normalen" Arbeit eines Print-Journalisten erkennen (ein schönes – fast schon zu oft zitiertes – Beispiel wäre hierzu Peter Praschl); sofern Du Unterschiede findest, sind die überhaupt relevant?
  • Kann es für Journalisten auch gefährlich werden, wenn sie in ihrer Freizeit bloggen?
Einige recht typische Beispiele

> Blog und Referat
Blog-Text zum Referat. Einen entsprechenden Artikel zum Thema gibt es ab September in einem neuen Weblog-Dossier "Trackback 05" bei onlinejournalismus.de, dieses Dossier stellt die Projektarbeit des Weblog-Seminars da.

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Gibt’s den Masterplan? Tipps & Tricks für erfolgreiches Bloggen

20. Mai

Referentinnen: Tanja Morschhäuser und Manuela Schelbert


Wie Ihr vielleicht schon in unseren vorigen Sitzungen bemerkt habt, tendiere ich dazu, recht leger an einige Blog-Dinge ranzugehen (hey, ist dasn cooler Typ, hust!). Spaß beiseite: Für erfolgreiches privates Bloggen kann eine gelassene, wenig ambitionierte Haltung mitunter ein, wenn nicht das Erfolgsrezept sein (bestes Beispiel hierfür der Shopblogger). Einfach mal loslegen; mal schauen, wie das funktioniert; sich vielleicht die ein oder andere Abfuhr holen; sich über stetig wachsende Besucherzahlen freuen, über gescheite oder weniger gescheite Kommentare grinsen – kurzum ein bisschen Spaß mit der Sache haben. Das ist es schon. Oder doch nicht?

"Tral-la days are over"
Nun gut, man kann natürlich auch erfolgsorientierter an die Sache rangehen. Sei es, dass man mit seinem Blog persönliche Erfolge erzielen will (Aufmerksamkeit, Aufträge, Selbstdarstellung) oder dass man Erfolge für ein Unternehmen (PR, Corporate Blogging) oder ein Medium (journalistisches Bloggen) erzielen möchte.
  • Welche Ziele könnte man für ein erfolgreiches Blog definieren? Besucherzahlen, häufiges Zitieren, Verlinken, Kommentieren; Erwähnung in anderen Medien; oder reicht schon ein vernünftiges Aussehen?
  • Wie kann man den Blog-Erfolg steuern? Häufiges Aktualisieren, nutzwertige Beiträge, besonders "lustige" Beiträge, häufiges Mit-Kommentieren in anderen Blogs, Eintragen in entsprechende Verzeichnisse, Publizieren von besonders "heißen" Themen, Kommentieren und Kritisieren von anderen Medien, besonders "flotte" Schreibe; oder ist die Glaubwürdigkeit, die Authentizität besonders wichtig?
  • Was raten Blog-Experten wie etwa der PR Blogger Klaus Eck ("Wie promote ich mein Weblog?", "7 Tipps für ein erfolgreiches Business-Weblog")?
  • Kommt es so sehr auf Aktualität an? Jimmiz Journal wurde seit 6. März nicht mehr aktualisiert (aus guten Gründen!) und ist immer noch unter den Top 100 der deutschen Blogs (Platz 35 bei blogstats am 15.05.2005).
  • Gibt es Vorbilder für "gutes Bloggen"? "Zwar lässt sich analysieren, warum bestimmte Blogs erfolgreicher als andere sind. Aber es sind keine Blaupausen für die Produktion eine Premium-Weblogs. Ein Blog definiert sich nicht durch die Wahl der Software oder formale Kriterien, sondern in erster Linie durch den oder die Blogger und die Blog-Inhalte", sagt Kai Pahl in "Blogs!", S. 308
  • Können Blog-Wettbewerbe (wie etwa Best of the Blogs der Deutschen Welle) eine Orientierungshilfe für erfolgreiches Bloggen bieten?
  • Oder bringt es etwas, wenn in Blogs selbst über das Thema Qualität diskutiert wird? Unbedingt hierzu Martin Rölls Beitrag "Weblogs, Qualität und Eisberge" lesen.
  • Technisches: Wie kann ich ein effizientes Controlling beispielsweise der Zugriffszahlen und Verweise einrichten; welche Tools gibt es dazu?
  • Wie sieht es um das Anmelden bei Suchmaschinen aus – muss man sich in diese mitunter als Geheimwissenschaft betriebene Materie einarbeiten?
> Blog und Referat
Blog-Text zum Referat und Präsentation (PDF, 844 KB). Einen entsprechenden Artikel zum Thema gibt es ab September in einem neuen Weblog-Dossier "Trackback 05" bei onlinejournalismus.de, dieses Dossier stellt die Projektarbeit des Weblog-Seminars da.

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Freitag, 13. Mai 2005

Offiziell: Journalisten bloggen für ihre Arbeitgeber

20. Mai

Referentin: Erika Engelhardt


Bei der "Zeit" gibt es schon seit längerem mehrere Weblogs – "Netz- und Nabelschau" heißt die entsprechende Rubrik. Aber auch andere Medien sind nach und nach auf den Blogger-Zug aufgesprungen. Mit ganz unterschiedlichen Herangehensweisen und mit ebenso unterschiedlichen Ergebnissen. Hier findest Du mögliche Leitfragen (selbstverständlich erwarte ich nicht, dass alle Punkte abgearbeitet werden und auf manche Fragen lassen sich selbst bei seriöser Herangehensweise auch nur spekulative Antworten finden).
  • Gebe uns eine kleine Übersicht, bei welchen deutschsprachigen Medien Journalisten bloggen.
  • Wie sind die Blogs aufgemacht; ist erkennbar, welche Ziele das Medium damit verfolgt (handelt es sich vielleicht nur um das so genannte "me too"-Phänomen?); was ist von temporären Blog-Aktivitäten (Tsunami-Blogs, Wahlkampf-Blogs) zu halten?
  • Wer bloggt (einzelne Journalisten, mehrere; Praktikanten)?
  • Versuche auch eine qualitative Einschätzung bestimmter Blogs zu geben. – Gelingt es manchen Journalisten über ein Blog die Leser zu begeistern, während andere ihre Leser langweilen?
  • Kannst Du in manchen Blogs einen wesentlich anderen Stil erkennen – sowohl was das Journalistische betrifft, als auch was die Ausrichtung des Muttermediums betrifft?
  • Müssen Journalisten für das Bloggen eine "Rollenänderung" vornehmen?
  • Vielleicht kannst Du uns noch die Frage beantworten: Wo wird das alles noch enden?
  • Werden solche redaktionellen Blogs irgendwann zum Standard eines jeden journalistischen Online-Angebots gehören?
  • Kann Bloggen in dieser Form eine Bereicherung für die Medien sein oder besteht die Gefahr, dass die journalistische Qualität durch solche Publikationsmöglichkeiten verflacht?
  • Was hältst Du von der Idee, Prominente auf der eigenen Website bloggen zu lassen (Beispiele: Starblogs bei der BUNTEN?) oder die Blogs bei Focus Online)?

    Literatur (kleine Auswahl)

    Dossier bei onlinejournalismus.de
    "Einmal gebloggt, nie mehr gestoppt"
    //ojour.de/forschung/index_weblogdossier.php

    Mrazek, Thomas: Subjektive Sichtweise. In: journalist 11/2004, S. 45-47.

    Mrazek, Thomas: Online-Journalisten als Aschenputtel? In: Journal 2/2005, S. 15-17.

    Offizielle Blogs journalistischer Medien
    (Auswahl von meiner Meinung nach gelungenen und weniger gelungenen Redaktions-Blogs)


    SZOn-Blog ("Schwäbische Zeitung", Ulm, Leutkirch) – "Nachrichten ohne Filter"
    www.szon.de/blog

    V.i.S.d.P.-Redaktionsblog
    www.visdp.de/blog

    PC-Welt Blog
    www.pcwelt.de/blog

    Handelsblatt: Thomas Knüwer: Indiskretion Ehrensache – Notizen aus dem Journalistenalltag
    blog.handelsblatt.de/indiskretion

    Übersicht

    Jonet-Wiki
    Weitere Weblogs "traditioneller Medien"
    www.jonet.org/wiki/index.php/Journalistische_Weblogs#Weblogs_traditioneller_Medien

    Nachtrag
    BBC-Reporters' Log
    Global Reporting bei Handelsblatt.com

    > Blog und Referat
    Blog-Text zum Referat und Präsentation (PDF, 267 KB). Einen entsprechenden Artikel zum Thema gibt es ab September in einem neuen Weblog-Dossier "Trackback 05" bei onlinejournalismus.de, dieses Dossier stellt die Projektarbeit des Weblog-Seminars da.

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Schwer ist leicht was: Blogs in der PR, in Unternehmen

20. Mai

Referentinnen: Julia Andert und Nina Prinoth

Zunächst sollte geklärt werden, wie und wo Blogs in der PR bzw. für die Unternehmenskommunikation (so genanntes Corporate Blogging) derzeit genutzt werden.
  • Welche Arten von PR-Blogs gibt es?
  • Welche Fehler können damit begangen werden? Wie schätzt Ihr das Potenzial von solchen Blogs ein?
  • Worauf sollten Unternehmen und Institutionen in Sachen Blogs besonders achten?
  • Was davon zu halten, dass beispielsweise IBM seine Mitarbeiter zum Bloggen ermuntert (Heise.de vom 16.05.2005)?
Bitte besucht unbedingt die einschlägigen Fachblogs zum Thema – dort finden sich einschlägige Fallbeispiele.

Ganz aktuell eine Pressemitteilung zu einer von der Kommunikationsagentur BBDO in Auftrag gegebenen Studie zum Corporate Blogging.

Literatur (kleine Auswahl)

Alphonso, Don: Warum Journalisten PR-Blogs scheisse finden. URL: //www.blogbar.de/archiv/2004/12/28/warum-journalisten-pr-blogs-scheisse-finden. Aus: Blogbar. URL der Startseite: //www.blogbar.de. Stand: 28.12.2004.

Pleil, Thomas: Meinung machen im Internet? Personal Web Publishing und Online PR. URL: //snipurl.com/eusi. Aus: PR Guide. URL der Startseite: //www.pr-guide.de. Stand: 16.09.2004.

Röll, Martin: Weblogs – Eine Herausforderung für die Unternehmenskommunikation? Vortragsskript. Stuttgart, 28.10.2004. URL: //snipurl.com/e08t. Aus: Das E-Business-Weblog. URL der Startseite: //www.roell.net. Stand: 14.11.2004.

Röll, Martin: Falsche Blogs vs. authentische Blogs. URL: //snipurl.com/e08v. Aus: Das E-Business-Weblog. URL der Startseite: //www.roell.net. Stand: 08.02.2005.

Sawhney, Mohanbir S.: Angriff aus der Blogosphäre. In: Harvard Businessmanager 2/2005, S. 36. Im Internet abrufbar. URL: //www.manager-magazin.de/harvard/0,2828,343644,00.html.

Fach-Blogs zum Thema

"The World of Corporate Blogging"
zuckerwatte.twoday.net

Ethority Weblog
www.ethority.de/weblog

MEX Blog

www.m-e-x.de/blog

PR-Blogger
www.pr-blogger.de

> Blog und Referat
Blog-Text zum Referat und Präsentation (PDF, 55 KB). Einen entsprechend aufbereiteten Artikel zum Thema gibt es ab September in einem neuen Weblog-Dossier "Trackback 05" bei onlinejournalismus.de, dieses Dossier stellt die Projektarbeit des Weblog-Seminars da.

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Sonntag, 8. Mai 2005

Übung: Einfach bloggen – geht das so einfach? Ausprobieren!

Okay, eigentlich hättet Ihr diese Aufgabe unmittelbar am Freitag im Seminar bearbeiten sollen – dann wäre vielleicht etwas mehr Spontaneität (Bloggen auf Knopfdruck) notwendig gewesen.

Szenario: Ihr macht ein Praktikum in der Online-Redaktion eines Medienmagazins. Der Chefredakteur weiß, dass Ihr am Freitag zwei Vorträge zum Bloggen gehört habt ("Auf dem Blogger-Grill: Jamba, Spiegel Online, Focus Online und natürlich "Bild" ..." und "Blühende Blog-Landschaften? Überblick über die deutsche Blogosphäre"). Wir gehen mal davon aus, dass es ein Termin war, den Ihr für die Redaktion besucht habt.

Der Chefredakteur bittet Euch, im Redaktions-Blog (wir nehmen an, das Redaktions-Blog ist Euer Blog) über beide Vorträge zu berichten. Die Zielgruppe des Medienmagazins sind Journalisten, PR- und Werbe-Fachleute, die zumindest wissen, was Weblogs sind. Der Chefredakteur weiß aus Gesprächen mit diesen Leuten, dass bei ihnen trotzdem "ein wenig Beunruhigung" da sei, was Weblogs betrifft: "Was ist denn da dran, was sollen wir tun, auf welche Blogs muss ich besonders achten, wo kann ich mich grundlegend informieren?", lauteten einige der Fragen, die er zu hören bekam. Er versprach, dass er zum Thema recherchieren lässt und das bald etwas dazu in seinem Magazin erscheinen werden. Am Freitagmittag ist es soweit.

"Schreibense bitte etwas dazu in das Redaktions-Blog, um 15.30 Uhr möchte ich das gerne meinen Freunden auf dem Golfplatz zeigen", sagt der Chefredakteur als er um 13 Uhr das Büro verlässt.* Sein Handy hat er extra abgestellt.

* Kurzum: Ihr solltet Euch anderthalb Stunden Zeit nehmen. Probiert es einfach mal aus. Ich schaue mir die Ergebnisse dann auf Euren Weblogs an und kommentiere den Artikel. Bitte erledigt die Aufgabe bis Mittwoch, 18. Mai.

Eine schöne, unkonventionelle Lösung ...
"Willkommen in der Blogosphäre" presented by Geschichten aus dem *OJ*House

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Dienstag, 3. Mai 2005

Die kleine PR-Agentur am Rande der Stadt auf dem Blogger-Grill

Eigentlich müsste ich den Seminar-Vortrag "Auf dem Blogger-Grill: Jamba, Spiegel Online, Focus Online und natürlich "BILD"..." noch erweitern. Aber das Vorhandene reicht schon mal. Neue Objekte kommen hinzu.

"Handelsblatt"-Redakteur Thomas Knüwer betrachet in seinen "Notizen aus dem Journalistenalltag: Indiskretion Ehrensache" unter anderem die Arbeit einiger PR-Agenturen. Aber nicht furztrocken sondern in fiktionalen Geschichten, die auf bestehendem Material basieren. Die Protagonisten dilettieren arbeiten in "der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt". Neuestes Thema ist der Mai-Ausflug jener Agentur. Und Spaß beiseite: Solche Blog-Einträge sind vor allem lehrreich.

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Montag, 2. Mai 2005

Auf dem Blogger-Grill: Jamba, Spiegel Online, Focus Online und natürlich "BILD"...

weblog1
Mit freundlicher Genehmigung von Karl Bihlmeier.

Referentin: Christina Kunkel

Blogs scheinen sich für Kritik an Medien und Unternehmen gut zu eignen, wie uns einige Beispiele in der jüngsten Vergangenheit zeigten (siehe hierzu mein Beitrag "Schulbuchmäßige Konter aus der Blogosphäre").

"Der Fall Jamba steht exemplarisch für die künftige Auseinandersetzung vieler Unternehmen mit Bloggern. Dadurch zeigt sich in Deutschland erstmals, dass die Meinungsmacher-Blogs Themen auf die Agenda setzen können", schreiben Klaus Eck und Thomas Pleil im "Pressesprecher" (Eck, Klaus/Pleil, Thomas (2005): Aus dem Nebel in die New York Times. Weblogs als neue Herausforderung für das Issues Management. In: Pressesprecher. H. 3/2005, 44-45).

"Nimmt man sich nicht etwas zu wichtig, bloß weil rein theoretisch die ganze Welt das, was man geschrieben hat, lesen könnte?", kritisierte die Chefredakteurin des Medienmagazins "Insight" in der April-Ausgabe ihres Heftes (leider nicht mehr online!). Was ist von dieser Kritik zu halten (zur Lektüre empfehle ich meinen Beitrag: "Sind Blogger verkappte Streithansel?")?

Können Weblogs den Medienjournalismus "ausweiten", wie kürzlich "cover"-Chefredakteur Alexander von Streit in seinem Beitrag "Vernetzte Beobachter" im "Medienheft" behauptete?

Auch Spiegel Online scheint Blogs inzwischen als ersthafte Kontrollinstanz wahrzunehmen [Herv. T.M.]: "Doch tatsächlich etabliert sich mit Blogs auch eine journalistische Gegenkultur, die sich von klassischen Online-Zeitungen durch ihre große Durchlässigkeit von oben nach unten und umgekehrt auszeichnet und mittlerweile ernstzunehmende Ergebnisse produziert", heißt es am 4. Mai 2005 im Beitrag "Geschichte einer Schlagzeile: Frau will Schmerzensgeld für unfreiwilliges Bild in "Bild"".

> Blog und Referat
Blog-Text zum Referat und Präsentation (PDF, 267 KB). Einen entsprechenden Artikel zum Thema gibt es ab September in einem neuen Weblog-Dossier "Trackback 05" bei onlinejournalismus.de, dieses Dossier stellt die Projektarbeit des Weblog-Seminars da.

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Sonntag, 1. Mai 2005

Blühende Blog-Landschaften? Überblick über die deutsche Blogosphäre

Referentin: Christine Wendel

Gilt Deutschland nur als "Blog-Entwicklungsland"? Bevor wir diese Frage klären, sollten wir uns erst mal einen Überblick verschaffen.

Zahlen & Metablogging Wie sieht die Blog-Landschaft Deutschlands überhaupt aus?
  • Über welche Themen wird da gerne gesprochen?
  • Gibt es Meinungsführer, kommen da vielleicht sogar Einzelne beim Publikum besonders gut an; warum?
  • Gibt es Blogs mit denen der politische Diskurs gefördert wird? Hier etwa?
  • Gibt es schon Fachblogs, werden sich so genannte Corporate Blogs durchsetzen?
  • Und da steht noch das Blog-Entwicklungsland Deutschland zur Debatte – stimmt das? Wie wird, wie könnte sich das Ganze bei uns weiter entwickeln?
Viele Fragen, die sich sicherlich noch erweitern ließen.

Das sollen freilich nur einige Stichpunkte sein, selbstverständlich können nicht alle bearbeitet werden. Versuche einfach, uns einen bunten, aussagekräftigen Überblick über die deutsche Blogosphäre zu geben. Stell Dir einfach vor, Du bist in einer Zeitungsredaktion und der Chefredakteur bittet Dich, ihm und der Redaktion – alle wissen zumindest, was ein Blog ist – die Sache mit den Blogs in Deutschland mal auf die Schnelle zu erklären. – Wenn Du der Meinung bist, dass der Chefredakteur am Ende Deiner Präsentation sagen soll: "Da müssen wir dabei sein. Das brauchen wir auch!", soll's so sein. (-;


> Blog und Referat
Blog-Text zum Referat und Präsentation (PDF, 95 KB). Einen entsprechenden Artikel zum Thema gibt es ab September in einem neuen Weblog-Dossier "Trackback 05" bei onlinejournalismus.de, dieses Dossier stellt die Projektarbeit des Weblog-Seminars da.

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Mittwoch, 20. April 2005

Jamba! Der Krampf geht weiter!

Fast möchte ich selbst mal bei der PR-Abteilung von Jamba! anklingeln und denen sagen: "Hey, danke, es reicht, wir haben genug Material, das reicht fürs ganze Studium". Aber nein, sie machen unentwegt weiter. Die Studentin, die das Referat "Auf dem Blogger-Grill: Jamba, Spiegel Online, Focus Online und natürlich "BILD" ..."" halten soll, ist angesichts der Materialfülle fast schon ungehalten. (-;

Um was geht es überhaupt? Es geht um die PR-Krise bei Jamba, die im Dezember ein Beitrag im Spreeblick-Blog auslöste. Wenn Sie den Fall noch nicht kennen, sollten Sie beim PR Blogger nachlesen, der hat das brav dokumentiert.

Ein Journalist wollte jetzt noch mal mit einigen Beteiligten in einer Hörfunksendung über die Sache diskutieren. Nur Jamba! wollte nicht. Selbstverständlich ist es deren gutes Recht, "Nein" zu sagen. Vielleicht fürchteten die Verantwortlichen, dass es nicht so geschmeidig wie für ihren Chef Oliver Samwer im Spiegel Online-Interview "Sweetie ist unser Harry Potter" zugehen würde. Alles okay bis dahin.

In der Absage stellte Jamba! jedoch die Integrität des einladenden Journalisten in Zweifel. Eine geniale Vorlage für eine zweite Auflage des Jamba! Kurses von Spreeblick diesmal bei Don Alphonso [Rezeptionshinweis: Sie sollten vorher zumindest den oben genannten Text aus dem Spreeblick-Blog gelesen haben]. Viel Vergnügen. (-:

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Sonntag, 10. April 2005

Unterschichten-Blogging – ein lehrreicher Miß(be)griff

<Klamauk-Modus> Für künftige Blog-Bücher (hoffentlich gibts mal wieder welche, offenbar gibt es hierzulande noch keinen Markt dafür) melde ich hiermit schon mal den Begriff Unterschichten-Blogging an. Der Begriff fiel mir spontan am vergangenen Freitag in meiner Lehrveranstaltung zu Weblogs an der FH Darmstadt ein. Jochen Wegner bitte übernehmen Sie (Rubrik "Wörtersee"). Bisher gibt's noch keinen Google-Treffer. </Klamauk-Modus>

Ich habe den Begriff tatsächlich gebraucht. Vielleicht auch etwas mißverständlich. Ein aufmerksamer Student schrieb in seinem Blog über meine Veranstaltung: "Bester Kommentar: 'Unterschichten-Blogging' (über den Shopblogger)."

Einschub: Sie kennen den Shopblogger nicht? Der Shopblogger ist das Blog eines
Supermarkt-Betreibers aus Bremen, darin berichtet er seit Anfang des Jahres über "Verrücktes und Bemerkenswertes aus dem Supermarkt".

Unterschichten-Blogging – ein blöder Begriff
Aber wie bin ich um Gottes Willen auf den Begriff Unterschichten-Blogging in Zusammenhang mit dem Shopblogger gekommen? Ich habe damit – zugegeben etwas spontan – mein Rezeptionsverhalten beschrieben. So wie manche TV-Zuschauer RTL2s Big Brother anschauen (der Inbegriff des Unterschichtenfernsehens, siehe hierzu "Die Zeit" 11/2005: Was guckst du?), so schaue ich mir eben gerne die Schilderung von mitunter völlig trivialen Begebenheiten aus diesem Bremer Supermarkt an. Meine KollegInnen schmunzeln fast mitleidig, wenn sie wieder mal den Shopblogger auf meinem Screen sehen oder wenn ich ihnen über skurrile Neuigkeiten aus dem Supermarkt berichte.

Sie werden lachen: Es ist auch sehr lehrreich für Verbraucher, es ist authentisch; ich kenne inzwischen die Sorgen und Nöte eines Supermarktbetreibers. Wenn das in einem Buch erschienen wäre – ich hätte das niemals gekauft, vermutlich hätte ich es nicht mal geschenkt gelesen. Aber so ... (Ich überweise an die Abteilung Soziologie, Frau Becker übernehmen Sie bitte ...). Der Begriff Unterschichten-Blogging ist dafür einfach zu salopp, das trifft es nicht ... Finden Sie in Ihrer Sitzung einen besseren Fachbegriff Herr Bonacker!

Vom Shop- zum Schock-Blogger
Es gibt noch mehr zum Shopblogger zu sagen. Diese Seite gehört mittlerweile zu den beliebtesten deutschen Blogs (siehe etwa hier). Am ersten April meldete Shopblogger Björn Harste zum ersten Mal seine Besucherzahlen: 73301 Besucher und zirka 1,5 Millionen Seitenanfragen! Es handelt sich um keinen Aprilscherz, ich habe noch mal nachgefragt (vielen Dank für die schnelle Antwort, Herr Harste).

Zum Vergleich: ich habe auf diesem Blog an guten Tagen etwa 100 Besucher; "A-Class-Blogger" wie Don Alphonso haben in der Spitze vielleicht 3000 Besucher täglich (siehe öffentliche Statistik von Rebellen ohne Markt). Natürlich muss man relativieren. Aber die Shop-Blogger-Zahlen sind einfach beachtlich. Und Björn Harste betreibt sein Weblog wohlgemerkt völlig nebenbei. Schließlich muss er schauen, dass sein Laden läuft (zirka 25 Mitarbeiter, 1000 Kunden täglich, 15000 Artikel im Sortiment [Quelle: Gastgewerbe Gedankensplitter]. Eine ähnlich gute Resonanz hat übrigens der Schockwellenreiter. Der ist allerdings auch ein Urgestein der deutschen Blogger-Szene.

Alles schön und gut, der Shopblogger schafft es also, mit seiner angenehmen Art (ein paar inhaltliche Dinge gefallen mir auf seinem Blog auch überhaupt nicht!), einen Haufen Besucher auf seine Seite zu ziehen. Aber was hat er davon? Rennen die Bremer Kunden ihm jetzt den Laden ein? Nein, überhaupt nicht. Aber es macht ihm einfach Spaß, diese Dinge zu erzählen; aber lassen wir ihn selber sprechen: "So lange ich Lust dazu habe oder das Medium Internet / Weblogs interessant und/oder sinnvoll ist [werde er das Blog betreiben, T.M.]. Die Themen werden mir jedenfalls nicht ausgehen, davon bin ich überzeugt. Wenn ich daran denke, was ich in den vergangenen Jahren alles erlebt habe, bin ich mir ganz sicher, daß zukünftig noch genauso viel Neues geschehen wird".

Ja, und was soll ich als Journalist, StudentIn damit anfangen – Zeit verdaddeln kann ich im Netz überall? Also noch mal: Es ist für mich recht lehrreich, wir alle können uns davon ein Scheibchen abschneiden. Björn Harste schafft es – vermutlich ohne journalistische Vorbildung – einfach so nebenbei, ohne schriftstellerische Ambitionen, große Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das macht mich – als Journalist – nachdenklich.

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