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Freitag, 28. März 2008

Bürgerjournalismus bei einer Brauerei

Eben habe ich einer Studentin der Hochschule Darmstadt für eine Diplomarbeit einige Interviewfragen zum Thema Bürgerjournalismus beantwortet. Ich schwärmte regelrecht davon, dass ich durch Blogs in den letzten Jahren eine Vielzahl von sehr guten Texten lesen konnte, eine Qualität, die mir die normalen Medien wohl nie geboten hätten.

Obacht, der Rest des Textes ist eigentlich für die medieninteressierte Öffentlichkeit relativ uninteressant. Gezz aba ma ährlich: Es waren auch einige Texte aus einschlägigen Fußballforen dabei. Solche Texte müssen regelmäßig in einem Blog erscheinen, war meine Idee vor drei Jahren. Mit einem Kollegen durfte ich dann mal bei einer bekannten süddeutschen Zeitung unser Blog-Konzept vorstellen: Im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft hätte man sich in München mit zwei Fanblogs schon mal warmspielen/-bloggen können. Die Zeitung entschied sich leider für einen ganz anderen Weg und scheiterte kläglich. Ob unsere Idee (nix Revolutionäres ned, aber einigermaßen ausgereift) besser angekommen wäre, weiß ich auch nicht, damals war ich auf jeden Fall überzeugt davon.

Ausgerechnet eine Brauerei hat jetzt – unabhängig von uns – zumindest einen Teil von unserem damaligen Konzept verwirklicht. Sie bietet ein Fanblog an. Neben dem richtigen Verein hat sie auch mit dem Blogger eine sehr gute Wahl getroffen – viel Erfolg Axel aka Löwenbomber! (-: Naja, ob's jetzt Bürgerjournalismus ist oder nicht, ist mir natürlich völlig egal (es ist eher angenehmes PR-Geblogge). Nicht egal ist mir allerdings die greisliche Hintergrundgrafik. Aber das ist ein anderes Thema. Hm, das/der F1Block legt wohl gerade eine Künstlerpause ein ... Derweil empfehle ich einen Blick zur Aktion XX-Tausend.

Update:
Natürlich legte nur Google beim F1Block eine "Kunstpause" ein, der zuständige Blogger (ts, ohne Impressum!) schrieb auch noch ne geniale Überschrift: "Da Bomba bloggt!".

Donnerstag, 7. Februar 2008

Digitale Daumenschrauben

Es ist erschreckend, mit welchem Ingrimm die Verleger mittlerweile die Digitalisierung vorantreiben. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) lädt demnächst zu einem "Digital Bootcamp" ein (der Begriff kommt aus dem Militärischen und kann auch als Trainings- und Umerziehungslager übersetzt werden), "für diejenigen, die sich im Bereich Online noch nicht als Experten sehen". Dort werden vermutlich die, die sich noch verzweifelt an's Papier klammern in gebotener Eile auf Höhe der Zeit gebracht: "Dieser Crashkurs vermittelt in einem halben Tag ein interaktives "Training on the Job" für die digitale Welt." Hoffentlich liest's Wolf Schneider nicht.

Quelle: E-Mail des VDZ

Putzig klingt die englische Ausschreibung:
Digital Bootcamp:

If blogs, wikis, tags, CMS and RSS feeds make you shiver in your boots… and then pull out a dictionary, you need to join us for this intense five-hour introductory training session. Get over your fear of digital jargon and learn how to make sense of it all at Digital Bootcamp on Sunday 2 March 2008.

Samstag, 19. Januar 2008

Ankucken und mitlachen: Die Hierarchie der deutschsprachigen Blogosphäre

Schnauze voll vom Geschwafel um Blogs? Webdesigner Peter Kröner hat eine vielsagende "Hierarchie der deutschsprachigen Blogosphäre" mit entsprechenden Charakterköpfen gezeichnet. Genial! Danke! (-:

Donnerstag, 17. Januar 2008

So werden Sie zum Grandseigneur des Gossenjournalismus'

Leserservice bei medienlese: "In zehn einfachen Schritten: Schreiben wie Franz Josef Wagner" (-;

Mittwoch, 28. November 2007

Gänsehaut, lawinenartig

"Völlige Dunkelheit, aus den Lautsprechern dröhnt der Song „You’ll never walk alone“. Gänsehaut durchzieht das Publikum lawinenartig. Plötzlich kippt die Stimmung in absolute Extase."
Quelle: "Münstersche Zeitung Online", 27.11.07

Montag, 25. Juni 2007

Online-PR: "Wie Sie es nicht machen sollten"

Ein kleines Lehrbeispiel aus der Kategorie "Wie Sie es nicht machen sollten" trudelte eben in meiner Mailbox rein. Die Pressemitteilung wirbt für einen neuen Medienstudiengang ...
  • Die Betreffzeile beginnt mit einem "WG:"
  • Beim Öffnen wird eine Lesebestätigung angefordert
  • Eine unbekannte Web.de-Adresse steht im Empfängerfeld
  • Im ersten Satz wird gleich voll auf die Pauke gehauen (ich versuch's einigermaßen zu anonymisieren):
    "Deutschlands (...) von morgen kommen aus Hannover!"
  • Fast 20 Bildchen liegen der Mail bei, die Mail ist über 10 MB groß (da es offenbar noch keine Website für den Studiengang gibt, dachte man sich wohl auf diesem Wege abzuhelfen).
  • Die beiliegende Pressemitteilung ist im doc.-Format abgespeichert.
Schlimm? Zumindest der erste Eindruck ist bei mir getrübt, mancher Kollege ist vielleicht sogar verärgert.

Montag, 18. Juni 2007

IDCOM GmbH & Co. KG

Dieses Gestammel erhielt ich eben von o.g. Firma:
Hallo Thomas,

ich bin -bei der Suche zum Thema "Google etc pp"- gerade auf deinen Blog gestoßen. Vielleicht interessiert dich ja unser aktuelles Shirt der Woche und es ist dir eine Randbemerkung in deinem Blog wert: (...)
Danke für die Aufmerksamkeit, schöne Woche noch

Robert
Robert Goldbach

Blog & Video Marketing
Gern geschehen hiermit. Würde mich freuen, Euch bald hier zu sehen. Kann Euch gerne noch einen Kollegen empfehlen, der zwei ganz gut besuchte Blogs betreibt und sich sicher auch über Eure Mail freut.

Mittwoch, 6. Juni 2007

G8-Qualitätsjournalismus im Netz: Wer schläft wo?

Die gedruckte Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung" weist auf ihrer Titelseite täglich auf ein besonderes Thema bei Sueddeutsche.de hin. Manchmal ist das ganz nützlich. Heute lautet der Hinweis: "Wer schläft wo? Eine interaktive Graphik zum Gipfel in Heiligendamm".

Erst mal das Gute: Die grafische Aufbereitung ist sauber, das Flash funktioniert einwandfrei. Was gibt's zu sehen: Die Hotels, in denen die acht Staatschefs die nächsten Tagen residieren. Jedes Haus kann angeklickt werden, dann erscheint ein bebildertes Informationsfenster, welches an ein Quartettkärtchen erinnert, beispielsweise so:
Grand Hotel
Fakten: 34 Doppelzimmer - 16 Suiten - Nelson Bar
Gäste: Tony Blair, Nicolas Sarkozy
Es ist einfach ohne jeglichen Informations- oder Nutzwert, völlig witzlos und unpointiert. Herrje, soll so ein - mit Verlaub gesagt - Quatsch Qualitätsjournalismus online sein? Glaubt man mit solchen scharf recherchierten und multimedial aufbereiteten Informationen vielleicht irgendeinen Zeitungsleser zu häufigeren Besuchen bei Sueddeutsche.de zu verleiten? Es kann einem die Lust eher verleiden.

Humorlos in Sache G8-Berichterstattung ist heute auch Stefan Niggemeier, der selten so Gl8 hat. Ebenso stinkstiefelig ist Christian Jakubetz, der über Tagesspiegel Online meckert.

Dienstag, 29. Mai 2007

Working for Exposure

Aus der Mailingliste des Jonet:

"********* magazine doesn't pay the professionals for their write-ups for the ***** section. This is an opportunity for business professionals to gain widespread public exposure and be published."

Mittwoch, 25. April 2007

Kress.de: Kein privates Surfen bei Bauer

Leider kann ich nur den Anreißer zitieren, mehr will Kress.de den Internet-Nutzern kostenlos nicht geben:
Aufgeregte Diskussionen bei der Verlagsgruppe Bauer in Hamburg. Der Verlag will den Angestellten verbieten, das Internet oder E-Mails in der Firma auch privat zu nutzen.
In vielfacher Hinsicht wäre dies für ein Medienhaus ein Armutszeugnis und schädlich.


Nachtrag

Und doch gibt's was online bei Kress, im Kress-Redaktionsblog (Danke für die Hinweise im jonet und hier):
"In Hamburg gab es mal den Spruch, das sozialste am Bauer Verlag sei seine Nähe zum Hauptbahnhof. Eine aktuelle Dienstanweisung des Hauses ist nicht dazu angetan, dieses Negativ-Image zu zerstreuen. Peter Heinlein schreibt in “Bild Hamburg“, dass der Verlag es verbieten will, dass während der Arbeitszeit privat im Internet gesurft wird oder E-Mails geschrieben werden. Bauer-Mitarbeiter haben gegenüber kress bestätigt, dass ein solches Verbot ausgesprochen werden soll."

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