Donnerstag, 19. Juli 2007

Hans-Jürgen Jakobs und der "Journalismus in Gefahr" - ein Nachdenkstück zum Mitklicken

Ein Auszug aus dem lesenswerten Text "Medienstandort Deutschland: Journalismus in Gefahr" von Sueddeutsche.de-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs, ebendort und in der "SZ" veröffentlicht. Ich habe mir die Mühe gemacht, den Textauszug mit einigen "Höhepunkten" aus dem Angebot von Sueddeutsche.de zu garnieren.

"Im Mediengeschäft aber geht es nicht nur um den Wohlstand gieriger Anleger, sondern um die Wohlfahrt der Bürger. Wer weniger informiert wird über Politik, Wirtschaft oder Kultur, der weiß auch weniger Bescheid bei der nächsten Wahl. Wer nur noch mit Dampfgeplauder, Seifenopern und Schmonzetten eingedeckt wird, hält die Welt für ein ewiges Oktoberfest. Die res publica aber braucht Menschen, die mitdenken, mitfühlen, mitmachen."

Mittwoch, 18. Juli 2007

jonet-Tag Mediacamp am 8. September in Hamburg

jonet-Tag MediacampAuf die Schnelle der Pressetext zu dieser Veranstaltung, an der ich auch beteiligt bin und die ich daher natürlich guten Gewissens sehr empfehlen kann:

Im Unterschied zu den vergangenen jonet-Tagen erwarten Euch dieses Mal weniger vorgefertigte Panels, stattdessen setzen wir auf die Spontaneität eines Barcamps. Ziel ist es, möglichst viele Teilnehmer auch zu Mitwirkenden werden zu lassen, Workshops vorzuschlagen, zu planen und zu halten.

Welche Workshops stattfinden, entscheiden die Teilnehmer. Vorschläge können jederzeit über das Wiki eingetragen werden. Ein paar Tage vor der Veranstaltung ermitteln wir per Online-Umfrage das Interesse an den einzelnen Workshops und Panels und verteilen auf dieser Grundlage die Räume.

Weitere Informationen gibt's unter: www.jonet.org/jonettag2007/kongress.php

Dienstag, 17. Juli 2007

Netzeitung vor dem Aus

Mitte März fragten wir bei Onlinejournalismus.de einen der beiden Netzeitungs-Chefredakteure, Michael Angele, wie denn der künftige Besitzer seines Angebots aussehen solle: "Jemand der ein großes Herz und eine volle Geldbörse hat", schwelgte Angele. Wenigstens monetär gut ausgestattet ist der neue Besitzer. Im Juni übernahm die Holding des Investors David Montgomery, der über die BV Deutsche Zeitungsholding GmbH bereits die "Berliner Zeitung" und der "Berliner Kurier" gehören, die Netzeitung.

Ein "großes Herz" für Online-Journalismus oder ähnliche Sentimentalitäten scheint "Heuschrecke" Montgomery indes nicht zu haben. Ein Artikel in der heutigen "FAZ" deutet zumindest auf das Ende der Netzeitung in der derzeitigen Form und vor allem auf massive personelle Einschnitte hin:
"Redakteure, so hieß es, würden für die künftige Arbeit nicht mehr gebraucht. Zuständig für die neuen Bereiche würden bereits vorhandene freie Mitarbeiter, die derzeit als Nachrichtendienstleister die Bildschirmtextseiten des Senderverbundes Pro Sieben Sat.1 pflegten und aktuell hielten."
Grund für diese radikale Schrumpfkur sei vermutlich der für den neuen Besitzer überraschend desolate Zustand der Netzeitung. Es ist von "merkwürdigen Verträgen" "mit überdurchschnittlich hohen Gehaltszahlungen" die Rede. Weiter heißt es in dem Artikel von Jochen Hieber:
"Überdies sei man, obwohl Buchprüfer vor der Übernahme die Unterlagen studiert hätten, noch auf andere „Leichen im Keller“ gestoßen: Praktisch jedenfalls sei die „Netzeitung“ pleite."
Vom neuen Geschäftsführer Robert Daubner (im "FAZ"-Artikel wurde der Name leider in drei Varianten geschrieben) werde kolportiert, dass es er Online-Journalisten als "Content-Manager", "News-Aggregatoren", "Google-Optimiser" und "Channel-Manager" betrachte und das er "eine neue Mannschaft formen" wolle. Obendrein sei das Verhältnis zwischen der Redaktion und den beiden seit Januar amtierenden Chefredakteuren Michael Angele und Matthias Ehlert gestört. Jochen Hieber resümiert: "Die "Netzeitung", das scheint jedenfalls klar, befindet sich in einer Krise und vielleicht am Abgrund."

Nachtrag 16.07.07, 12 Uhr
Bei Netzeitung.de heißt es u.a.:
"Aus Teilen der Netzeitungs-Redaktion werden die Betriebsversammlungen am Redaktionssitz (an dem das Altpapier nicht produziert wird) allerdings gegenläufig interpretiert: die Rede ist von «Halbwahrheiten, Faktenverdrehungen und Lügen». "

Nachtrag 16.07.07, 12 Uhr
Bei Netzeitung.de heißt es u.a.:
"Aus Teilen der Netzeitungs-Redaktion werden die Betriebsversammlungen am Redaktionssitz (an dem das Altpapier nicht produziert wird) allerdings gegenläufig interpretiert: die Rede ist von «Halbwahrheiten, Faktenverdrehungen und Lügen»."

Nachtrag 16.07.07, 17 Uhr
Gegenüber kress sagte Netzeitungs-Geschäftsführer Robert Daubner, von Entlassungen könne keine Rede sein, an dem Artikel stimme "nichts".

Auch zu empfehlen ist Konrad Lischkas Artikel "Neuer Besitzer: "Netzeitung vor radikalem Kurswechsel" bei Spiegel Online

Freitag, 13. Juli 2007

Ein Jahr "Bild"-Leserreporter - nicht alle schreien Hurra

Als "einzigartige Erfolgsgeschichte", feierte "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann gestern das einjährige Jubiläum seiner Leserreporter. Die Kritik von Journalisten, etwa an der Dotierung der Leserreporter, weist Diekmann ab: "Sie bereichern uns und sie bereichern die Zeitung - ohne den professionellen Journalisten und Fotografen die Arbeit wegzunehmen." Für bundesweit veröffentlichte Bilder zahlt die Zeitung bis zu 500 Euro und bis zu 100 Euro für Veröffentlichungen in den Regionalausgaben.

Bisher wurden laut einer Pressemitteilung 3894 Leserreporter-Fotos gedruckt. Im Jahres-Durchschnitt erreichten die Redaktion täglich 400, an Spitzentagen bis zu 2500 Bilder. Eine speziell für die Leserreporter aufgebaute Redaktion recherchiert die Herkunft und die Inhalte der Fotos.

Dass indes die Springer-Rechtsabteilung über "sehr viel neue Problemfälle" durch die Leserreporter stöhnt, wie mir ein Springer-Mitarbeiter, der seinen Namen nicht genannt haben will, mitteilte, wollte Pressesprecher Tobias Fröhlich nicht bestätigen: "In Sachen Leserreporter gibt es nur sehr vereinzelt rechtlich Auseinandersetzungen, da wir die Fotos, die wir veröffentlichen sehr genau vorab prüfen."

Donnerstag, 5. Juli 2007

Verblödungsoffensive bei Sueddeutsche.de?

Nein, ich habe kein Problem mit Sueddeutsche.de - auch wenn mir manche Dinge ("Die 100 besten Biere der Welt", die interaktiv aufbereiteten Schlafstätten der G8-Größen oder die PR-Arbeit für Persil) dort nicht gefallen. Was mich jetzt schon wieder aufregt? Seit zwei Tagen gibt es im Politik-Ressort einen mäßig lustigen Beitrag über die Warteschleifemelodien der Bundestagsparteien; selbstverständlich multimedial und interaktiv aufbereitet (mit Hörbeispielen und Abstimmmöglichkeit) und ein paar Klicks sollen auf sieben Seiten natürlich auch generiert werden. Ist das der "Qualitätsjournalismus, der auch online der gedruckten Zeitung entspricht", von dem Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs gerne spricht? Bei Angeboten wie RTL.de halte ich so etwas für legitim, aber bei Sueddeutsche.de erwarte ich so etwas einfach nicht, das kommt mir dann eben wie eine Verblödungsoffensive vor. Aber vielleicht bin ich auch nur zu humorlos, zu anspruchsvoll oder ein gebranntes Kind, da ich vor knapp zehn Jahren bei ProSieben.de ähnliche Dinge mitmachen musste?

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i-favoriten - 2018/08/18 06:11
Hardy Prothmann entschuldigt...
Hardy Prothmann entschuldigt sich https://www.facebook. com/hardy.prothmann/posts/ 10152634060500489 Ein...
Sven Temel (Gast) - 2014/08/21 08:11
Wow
Ich habe dieses Werk erst kürzlich entdeckt und war...
Leser (Gast) - 2013/09/04 20:59

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