Montag, 25. April 2005

Flickritis in Paris

Nein, nein, es ist keine Krankheit, sondern viel mehr ein interessantes Medienphänomen: In Paris treffen sich heute 300 Blogger aus aller Welt zur Konferenz "Les Blogs – Blogs and social software" – und es gibt allein jetzt schon über 400 Bilder von diesem Treffen unter: www.flickr.com/photos/tags/lesblogs.

Es geht freilich nicht um die Qualität der Bilder (es sind sicherlich auch einige sehr gute, vielleicht auch professionelle Bilder dabei), sondern um die Geschwindigkeit, die Vielzahl der Fotografen, die Vielzahl der Bilder, die bei diesem Ereignis entstanden sind. Und schwupp findet man sie bei Flickr und kann sie beispielsweise als Slideshow (Flash erforderlich) anschauen. Das ist faszinierend.

Und man kann es nicht oft genug sagen: Bild- und Onlinejournalisten sollten Flickr auf dem Radar haben, wie Fabian Mohr bereits Mitte Februar bemerkte. Einige Hinweise zu Flickr finden Sie im jonet-Wiki.

"Profi-Sex ist auch nicht besser als Amateur-Sex"

Joi Ito zur "manchmal auflodernden Profi-Amateurdebatte zwischen Journalisten und Bloggern". Mario Sixtus berichtet für heise online aus Paris vom Kongress "Les Blogs".

Blog-Entwicklungsland Deutschland

Weil der Text so gut ist, mache ich einfach ein Fullquote aus Sattvas Blog "raskal trippin – hopscotch adventures of an exiled new yorker in berlin" (gefunden bei Selbr). Manche Punkte möchte ich am liebsten noch fetten und deppert blinken lassen.
Disclaimer: Ich bin kein Blog-Missionar und am liebsten publiziere ich auf Papier. (-;

"There are 42 000 German weblogs. World wide there are 14 million weblogs, Iran has 65 000 blogs. Thus Germany is a developing country concerning blogs.

An attempt to explain why – Here's my Dave Letterman Top Ten (all in fun).

Top 10 Reasons Why Germany has Fewer Blogs than Iran

10. Humor?

9. Opinionated German bloggers risk being called Na.zis by the irate, deranged and mentally disturbed commenters who lurk in the Blogosphere.

8. People will find out how great Germany is and cause a mass migration of (gasp) foreigners!

7. On the internet, no one cares about someone's Dipl-X or Dr.

6. Blogging is not required.

5. No one famous has a blog yet. Olli Kahn, Boris Becker, Joschka... It all rides on you.

4. Hartv IV cut back on social benefits for DSL.

3. Der Blog, Die Blog, oder Das Blog?

2. Ein-Euro-Jobs don't have internet access.

1. No one can figure out the Neue Rechtschreibung."

Donnerstag, 21. April 2005

Let's blog im ICE-Tempo

Wow, gehen anderthalb Stunden schnell rum, wenn man übers Bloggen spricht. Innerhalb meines Seminars "Online-Journalismus" habe ich heute einen kurzen Überblick zum Bloggen gegeben. Aber zunächst fluchte ich mal wieder: ein fehlendes Netzwerkkabel, der etwas enge Raum, Gott und die Welt (darf man jetzt – zumal in Bayern – überhaupt noch fluchen? Äußerte gestern nicht ein Star-Journalist seine Sehnsucht auf das Ende "unseres Hallodri-Lebens"?).

Zur Sache, zunächst gab es Manöverkritik: Mit Blogs ließe sich schlecht präsentieren, und er könne keinen Vorteil darin erkennen, meinte ein Student. Ich hatte darum gebeten, einfach in den kommenden Sitzungen zu versuchen, nur auf Basis eines Blog-Eintrages zu präsentieren – ohne Powerpoint & Co. Das ist schwierig. Wir werden sehen.

Einige Studenten haben sich schon ein twoday-Blog angelegt. Es sei einfach zu bedienen, war zu hören. Nochmals erwähnte ich, dass ich kein Blog-Missionar bin, die Studenten sollen die Blogs einfach mal ausprobieren – was sie darin publizieren ist mir egal (außer ihrem Referat und des Fachartikels). Und wenn es ihnen nicht taugt, können sie es am Semesterende immerhin aus eigener Erfahrung bestätigen und das Weblog gegebenenfalls wieder löschen.

Die Sitzung war einfach zu kurz. Hm. Kurz anreißen konnte ich das Thema "kreative Content-Beschaffung" bei "News" Frankfurt. Dann landeten wir bei Jamba! und schauten uns die Auswirkungen dieses PR-Desasters bei Google an. Wie konnte ein einzelner Blogger mit einem Eintrag so eine Lawine auslösen? Die intensive Vernetzung der Blogosphäre untereinander, die Feeds, die Geschwindigkeit.

Und dann war die Reise auch schon wieder beendet. Hoffentlich nicht zu schnell und zu unstrukturiert – hoffentlich motivierend genug, sich selbst noch intensiver mit dem Thema zu beschäftigen und etwas daraus zu machen! (-: Ach, ein Literatur-Verzeichnis zum Thema Bloggen gibt's hier übrigens auch.

Zur Themenübersicht ifkw-lmu

Mittwoch, 20. April 2005

Jamba! Der Krampf geht weiter!

Fast möchte ich selbst mal bei der PR-Abteilung von Jamba! anklingeln und denen sagen: "Hey, danke, es reicht, wir haben genug Material, das reicht fürs ganze Studium". Aber nein, sie machen unentwegt weiter. Die Studentin, die das Referat "Auf dem Blogger-Grill: Jamba, Spiegel Online, Focus Online und natürlich "BILD" ..."" halten soll, ist angesichts der Materialfülle fast schon ungehalten. (-;

Um was geht es überhaupt? Es geht um die PR-Krise bei Jamba, die im Dezember ein Beitrag im Spreeblick-Blog auslöste. Wenn Sie den Fall noch nicht kennen, sollten Sie beim PR Blogger nachlesen, der hat das brav dokumentiert.

Ein Journalist wollte jetzt noch mal mit einigen Beteiligten in einer Hörfunksendung über die Sache diskutieren. Nur Jamba! wollte nicht. Selbstverständlich ist es deren gutes Recht, "Nein" zu sagen. Vielleicht fürchteten die Verantwortlichen, dass es nicht so geschmeidig wie für ihren Chef Oliver Samwer im Spiegel Online-Interview "Sweetie ist unser Harry Potter" zugehen würde. Alles okay bis dahin.

In der Absage stellte Jamba! jedoch die Integrität des einladenden Journalisten in Zweifel. Eine geniale Vorlage für eine zweite Auflage des Jamba! Kurses von Spreeblick diesmal bei Don Alphonso [Rezeptionshinweis: Sie sollten vorher zumindest den oben genannten Text aus dem Spreeblick-Blog gelesen haben]. Viel Vergnügen. (-:

Zur Themenübersicht fhd-oj.

Lohnende Lektüre: Das Medienmagazin "V.i.S.d.P."

visdpSeit November erscheint in Berlin "V.i.S.d.P.", das "Magazin für Medienmacher". Aufgefallen ist das Heft von Anfang an durch sein ungewöhnliches Layout: "Quietschbunt und zusammengeschnipselt", delektierte sich Ulrike Simon im "Tagesspiegel". Das "Neue Deutschland" kanzelte das Heft als Wichtigmacher-Magazin ab (Artikel ist leider nicht mehr online, die Planwirtschaft bei den Genossen lässt das wohl nicht zu, immerhin hat das Layout der Website DDR-Niveau). Für mich gehört "V.i.S.d.P." zu meinem Lesekanon.

Schön Reinschnuppern ins Heft kann man auf der "V.i.S.d.P."-Website. Per Flash kann man ins Heft reinblättern – diese Art der Präsentation vermittelt mir ein prägnaten ersten Eindruck von der Print-Ausgabe.

Das Heft erscheint zehn Mal im Jahr und kostet im Abo 59 Euro, für Journalisten 49 Euro; zwei Hefte können im Probeabonnement kostenlos getestet werden (das man das Heft bei Nichtgefallen abbestellen muss, sollte allerdings auf der Website auch dabei stehen). Kostenlos ist übrigens der Newsletter "Medienszene", der über die wichtigsten Personalwechsel der Branche informiert.

Als einzige Medienzeitschrift betreibt "V.i.S.d.P." ein Redaktions-Blog. Dort gibt es zwar täglich nur einen meist sehr kurzen Eintrag, doch die spitzen Beiträge sind manchmal ganz unterhaltend. Kommentiert werden kann leider nicht, diese Arbeit will sich die vermutlich nur zweiköpfige Redaktion wohl ersparen.

"V.i.S.d.P." kommt aus dem Berliner kommunikationsverlag helios, der außerdem noch das Fachmagazin "pressesprecher" herausgibt. Beim Partner politverlag helios erscheinen die Fachmagazine "politik & kommunikation" und "mandat".

Sonntag, 17. April 2005

Bodenständiges aus Bonn: Ich fahr schwatz met de KVB

Zurück von der Tagung "Besser online!" in Bonn. Genauer in Bonn-Tannenbusch (offenbar eine Trabantenstadt-Variante von München-Neuperlach bzw. Hamburg-Mümmelmannsberg, ließ ich mir sagen und ganz abwegig ist das nicht). Und wo wir schon bei den Zumutungen der Realität (es war wohlgemerkt ein guter Tagungsort) sind: Der Bonner Hauptbahnhof ist zu einem Hort der Verlierer geworden – "Wir waren mal Hauptstadtbürger und jetzt kümmert sich keine Sau mehr um uns! Daher nehmen wir uns das Recht, uns hier und itzt bis zum letzten aller Tage gehen zu lassen", scheint das Credo einiger zu lauten. Nicht gut, für die Menschen dort.

Und die Tagung?
Sehr informative Vorträge von Klaus Meier, Professor an der FH Darmstadt und Jürgen Marks, Chefredakteur Focus Online, angehört. Viele nette KollegInnen, die man bisher nur via Internet kannte, mal im realen Leben getroffen (auch nach zehn Jahren Internet-Arbeit immer wieder eine zumeist angenehme Überraschung); dem Kollegen Fabian Mohr beim virtuosen Bloggen und Flickrn (oh deutsche Sprache!) über die Schulter geschaut und gestaunt, wie fix das geht. Und selber einen Vortrag (hierzu auch ein längerer Artikel von mir) gehalten, der trotz einer kleinen, nicht von mir verursachten technischen Panne (WLAN funktionierte nicht), den TeilnehmerInnen hoffentlich viel gebracht hat. Danke noch mal an Frau Hobe und Herrn Hirschler für die freundliche Unterstützung.

Fakten & Bilder
Und wer fuhr schwarz mit den KVB (Kölner Verkehrs-Betrieben)?
Ich. Auf dem Heimweg von Tannenbusch bis Bonn Hauptbahnhof wollte der Automat meine abgezählten 1,30 Euro nicht nehmen. Und sofort hatte ich ein paar hämische Zeilen aus Jürgen Zeltingers "Müngersdorfer Stadion (1979!)" im Kopf:
Ich fahr schwatz met de KVB,
die Markfufzisch dät denne och nit wieh,
ich fahr schwatz mit de KVB,
dä Hals voll krieje de Bonze nie.


Zu meinem Vortrag finden Sie noch eine kompakte Zusammenfassung.

Freitag, 15. April 2005

Besser online! Netzwerken: Das Netz als Arbeits- und Lebensraum

*** Update erfolgt am Montag Dienstag (ich bin müde, 22.30 Uhr)
Das Update finden Sie hier.

Vortrag am 16. April 2005 bei der DJV-Tagung Besser Online! in Bonn

Hier finden Sie einige Hinweise zu den im Vortrag genannten Seiten.

 

Ich

Ich – ein Netzwerker?

Alles über mich und meine Netzwerk-Aktivitäten und sonstige Arbeit erfahren Sie hier.

 

Werkzeuge

Browser, E-Mail-Programm – reicht das schon?

 

Orte

Wo u.a. findet für Journalisten Networking im Netz statt?

Weblogs wie dieses

Wikipedia

onlinejournalismus.de

Jonet
Das Jonet ist eine Mailingliste für Journalisten.
2500 Medienmenschen; Print, Rundfunk- und Onlinejournalisten; Fach-, Lokaljournalisten, Korrespondenten usw.; ganz junge Mitglieder, „alte Hasen“; Medienwissenschaftler, PR-Leute; DJV-, Verdi-Mitglieder, nicht gewerkschaftlich Organisierte"
Jonet-Medienlog
Jonet-Tag "Die Wüste lebt"
Jonet-Wiki – Enzyklopädie für Journalisten

Anderswo (wohlgemerkt nur eine Auswahl):

Selbstverständlich sollte man auch andere Netzwerke auf dem Radar haben: Netzwerk Recherche (sehr guter kostenloser Newsletter), Journalismus.com, Journalisteninnenbund, Initiative Nachrichtenaufklärung, Reporter ohne Grenzen, Wissenschafts-Pressekonferenz , Arbeitskreis Medizinpublizisten, Junge Journalisten, Jugendpresse Deutschland, openBC

Endlich Weltmeister – oder wie ich Thomas Mrazek vom Siegertreppchen verdrängte

Ein sehr geschätzer Kollege hat mir mehr oder weniger einen Weltmeistertitel verliehen (wenngleich ich – bescheiden wie ich bin – das Ganze relativierte). Aber immerhin kann ich jetzt das Gefühl haben, meinen Google-Konkurrenten und Namensvetter, den Weltklasse-Klettermaxe Thomas Mrazek vom Siegertreppchen verdrängt zu haben. Nimm's sportlich Thomas! (-;

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Netzjournalist - 2023/05/20 07:56
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i-favoriten - 2018/08/18 06:11
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Hardy Prothmann entschuldigt sich https://www.facebook. com/hardy.prothmann/posts/ 10152634060500489 Ein...
Sven Temel (Gast) - 2014/08/21 08:11
Wow
Ich habe dieses Werk erst kürzlich entdeckt und war...
Leser (Gast) - 2013/09/04 20:59

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