Mittwoch, 30. Juli 2008

Journalistenkarrieren, heute: Der mit der Duftwasserwolke

Ein bisschen beschäftige ich mich ja dann und wann ja noch mit Fußball. Auch wenn mir der „große" Fußball keinen allzu großen Spaß mehr bereitet. Kennengelernt habe ich dabei auch jenen Kollegen. Vielleicht verstärkte dieser mein Unbehagen noch, keine Ahnung.

2004 schrieb Peter Unfried in der „taz" über diesen Kollegen folgendes:
„Um den Charakter Wildmosers zu beschreiben, wird gern erzählt, er habe einen Untergebenen, der ihm seine runtergerauchten Zigarettenstummel abnehme und im Aschenbecher ausdrücke. Um den Charakter dieses DSF-Journalisten zu beschreiben: Er überbot den Stummelausdrücker."

Jetzt schrieb Sebastian Krass im Berliner „Tagesspiegel" (sehr guter Artikel über die neue Medienpolitik eines Münchner Bundesligavereins) wieder über jenen:
„Der „Orti“ ist eine besondere Nummer an der Säbener Straße. Mit seinen bestickten Designerjeans und einer Duftwasserwolke, die ihn immer begleitet, sucht er stets besondere Nähe zu den Profikickern."

Donnerstag, 26. Juni 2008

Fortbildung zum Qualitätsjournalisten MA

Der Begriff, ach was, rede ich doch besser gleich tacheles, die Worthülse "Qualitätsjournalismus" (bitte nicht nachgooglen, mein Name + jenes Unwort) ist fragwürdig. Ein Master-Programm Qualitätsjournalismus anzubieten, halte ich für diskutabel: "Das Internationale Journalismus Zentrum (im österreichischen Krems, T.M.) bietet ab 2008 sein etabliertes Master-Programm "Qualitätsjournalismus“ erstmals auch in Deutschland (Hagen) an."

Allein solches Denglisch-Kauderwelsch überzeugt mich nicht von der qualitätsjournalistischen Mission: "Sie produzieren während ihres Studiums selbst und trainieren neben journalistischen Skills auch Gruppenarbeit und Umgang mit Feedback. (...) Management und Selbstpräsentationsskills runden das Programm ab."

Zum "Qualitätsjournalisten MA" (ich freue mich schon auf die erste Visitenkarte mit diesem Titel) wird man berufsbegleitend in vier Semestern, die Teilnahmegebühr beträgt 11.690 Euro; "nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Studienplätze werden auch Personen aus anderen Berufsfeldern zugelassen, die sich dem Journalismus zuwenden wollen."

Donnerstag, 12. Juni 2008

"Journalistische Wettbewerbsverzerrung" durch SEO?

Einer der Workshops beim Jahrestreffen des Netzwerk Recherche (13./14.06.08 in Hamburg) heißt "Suchmaschinenoptimierung als journalistischer Erfolgsfaktor", referieren wird über diese Thema Peter Schink, Leiter Produktentwicklung Online bei Welt Online. Eben jenes Medium wird heute bei Horizont.net wegen seiner redaktionellen Suchmaschinenoptimierung (SEO) kritisiert. Sueddeutsche.de-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs sagt: "Der irrsinnig hohe Nutzeranteil von rund 50 Prozent, den allen Informationen nach Welt.de via Google und Google News erzielt, zeigt, was auf diesem Sektor technisch so alles möglich ist".

Weiter heißt es in dem Text "Experten schätzen den Anteil des Traffics, den einzelne Nachrichtenseiten über Google und Co generieren, auf 15 bis über 50 Prozent." Jakobs fordere "eine Konvention über statthafte und unstatthafte Maßnahmen" beim SEO. Zuvor sollten "alle Tricks, gegebenenfalls auch Manipulationen, öffentlich gemacht werden", denn bei "exzessiver SEO" handele es sich um "journalistische Wettbewerbsverzerrung".

Dazu würden mich brennend die Meinungen unserer fachkundigen Besucher - jenseits vom anonymen "Das macht doch jeder ..." - interessieren.

Update 16.06.08
Peter Schink nahm beim erwähnten Jahrestreffen des Netzwerk Recherche u.a. zu diesem Thema Stellung, Text und einstündiges Tondokument bei Onlinejournalismus.de.

Weitere Links
  • Onlinejournalismus.de:
    Google, oh Google, bei dir muss ich vorne sein: Schreiben für die Suchmaschine - dieser “Trend” erfasst immer mehr Agenturen, Medienunternehmen und auch Autoren. Beitrag von Frank Miener vom 03.03.2008.
  • "Horizont":
    “Sites trimmen Texte auf Traffic” vom 12.06.08, PDF-Datei, 1 S., 209 kb.
  • Peter Schink:
    Skriptum von Peter Schink für das VDZ-Seminar "Suchmaschinen-Marketing und Suchmaschinenoptimierung" vom 29.02.2008, PDF-Datei, 32 S., 1 MB.

Montag, 19. Mai 2008

Veranstaltungshinweis: Entscheidend is' aufm Platz – der Einstieg in den Sportjournalismus

Diskussionsrunde am Montag, 26. Mai, 19 Uhr s.t. in der BJV-Geschäftsstelle

Einen fast schon legendären Karrierestart legte 2000 der Chefredakteur des Fußballmagazins "11 Freunde" hin: Nur mit einer Sporttasche ausgestattet verkaufte Philipp Köster vor dem DFB-Pokalfinale im Berliner Olympiastadion die erste Ausgabe seines Heftes noch selbst. Mit bescheidenem Erfolg: Von 200 Exemplaren verkaufte er gerade mal acht trotzdem ist er heute ganz gut im Geschäft. Soweit diese Legende. Solche Karrieren sind freilich die Ausnahme, vielleicht sollte man es besser oder ganz anders machen. Mit renommierten Experten aus ganz unterschiedlichen Medien und der Journalistenausbildung wollen wir über dieses Thema diskutieren.

Wie schafft man den Einstieg in den Sportjournalismus? Welche Perspektiven bietet dieses Genre überhaupt? Sicherlich ergibt sich auch noch Zeit für andere Fragen: Wie sieht es bei den Machern kurz vor Großereignissen wie der Fußball-EM und der Olympiade aus? Wie geht man mit den einschlägigen Problemen rund um den Sport um (Kommerzialisierung, Politisierung, Doping)? Wird von Medien nicht manches gerne "hochsterilisiert" (Bruno Labbadia)?

Als Gäste begrüßen wir:

Es moderieren Dominik Grau,  Leiter Fachgruppe Junge Journalisten und Thomas Mrazek, Fachgruppe Online.

Links zum Thema:

Literatur
Michael Schaffrath (Hg.): Traumberuf Sportjournalismus. Ausbildungswege und Anforderungsprofile in der Sportmedienbranche. LIT Verlag, 2007, 354 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 978-3-8258-0139-7.
Sehr empfehlenswert (Thomas Mrazek), Textauszüge und mehr bei Google Buchsuche.

Praktika-Offensive 2008
Gemeinsame Initiative von DJV, Jugendpresse Deutschland, DJU/Verdi: Hier finden Sie unter anderem Richtlinien für journalistische Praktika und eine Datenbank mit Erfahrungen von diversen Medienpraktika.
www.praktika-offensive.de

Sportnetzwerk – Die Qualitätsoffensive im Sportjournalismus
Hervorragendes Angebot zum Thema mit zahlreichen Materialien.
www.sportnetzwerk.eu

Montag, 26.05.08, 19 Uhr, BJV-Geschäftsstelle
Wir freuen uns auf Eure zahlreiche Teilnahme. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, jedoch bitten wir Euch, möglichst pünktlich um 19 Uhr s.t. zu kommen (Lageplan und Anfahrtsskizze, BJV-Geschäftsstelle, Seidlstr. 8).


 

Mittwoch, 14. Mai 2008

Online- und Bürgerjournalismus & Internet: Zwei Bücher zum kostenlosen Download

Die Münchner Journalistenakademie Dr. Hooffacker & Partner weist auf zwei Bücher hin, die auf ihrer Website kostenlos als Download erhältlich sind.
  • Wer macht die Medien? Back to the Roots of Journalism. Online-Journalismus zwischen Bürgerbeteiligung und Professionalisierung. Zehn Interviews im Rahmen im Rahmen einer Lehrveranstaltung am Mediencampus Leipzig. Herausgegeben vom Verlag Dr. Gabriele Hooffacker. Mit einem Vorwort von Gabriele Hooffacker, Leiterin der Journalistenakademie Hooffacker, München.

    Interviews mit: Don Alphonso (Journalist und Blogger u.a. Rebellen ohne Markt und Blogbar), Gabriele Bartelt-Kircher (Leiterin der Journalistenschule Ruhr), Steffen Büffel (Medienberater und Blogger), Götz Franke (Geschäftsführender Redakteur Capital Online und Impulse Online), Christian Jakubetz (Dozent, Journalist, Blogger), Ulrike Kaiser (stellvertretende Bundesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes und Koordinatorin der Initiative Qualität im Journalismus), Bernd Mann (Gewerkschaftssekretär der IG Medien und bei der Deutschen Journalistenunion (dju) Bayern), Stefan Niggemeier (freier Medienjournalist und Blogger, u.a. Bildblog), Anton Simons (Redakteur bei der "Rhein Zeitung" und Autor "Redaktionelles Wissensmanagement"), Matthias Spielkamp (Freier Journalist und Berater für Print, Online und Radio; Buchautor, Referent und Trainer der Journalistenfortbildung).

    Gabriele Hooffacker (Hg.): Wer macht die Medien? Back to the Roots of Journalism. Online-Journalismus zwischen Bürgerbeteiligung und Professionalisierung. Verlag Dr. Gabriele Hooffacker, 2008, 53 Seiten, 12 Euro, ISBN 978-3-9805604-4-3.
    Download als PDF-Datei, 187 KB: www.tinyurl.com/66mp2b

  • Wem gehört das Internet. Dokumentation zum Kongress "20 Jahre Vernetzung" 16. und 17.November 2007, München. Rund 25 Aufsätze über das Internet damals und heute. Mit einem Vorwort von Peter Lokk.

    Gabriele Hooffacker (Hg.): Wem gehört das Internet? Dokumentation zum Kongress "20 Jahre Vernetzung"
    16. und 17. November 2007, München. Verlag Dr. Gabriele Hooffacker, 2008, 61 Seiten, 19 Euro, ISBN 978-3-9805604-3-6.
    Download als PDF-Datei, 938 KB: www.tinyurl.com/4tp88u

alles finden

 

alles draußen

Diigo

alles neue

Wo geht’s lang im Online-Journalismus?...
Dieses Blog ruht. Etwas. Natürlich biete ich Ihnen...
Netzjournalist - 2026/03/07 06:32
ich
Das Blog Thomas Mrazek ist der +++ netzjournalist...
Netzjournalist - 2026/01/21 18:10
Quellen finden ist nicht...
Es wird mit der Zeit immer schwieriger, gute Nachschlagewerke...
i-favoriten - 2018/08/18 06:11
Hardy Prothmann entschuldigt...
Hardy Prothmann entschuldigt sich https://www.facebook. com/hardy.prothmann/posts/ 10152634060500489 Ein...
Sven Temel (Gast) - 2014/08/21 08:11
Wow
Ich habe dieses Werk erst kürzlich entdeckt und war...
Leser (Gast) - 2013/09/04 20:59

alles seit

Online seit 7785 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2026/03/11 07:32

alles damit


artikel
banales
bjv
blog-literatur a-m
blog-literatur n-z
djv
fhd-oj
ich
ifkw-lmu
impressum
notabene
oj-literatur
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren