Freitag, 9. Mai 2008

Amateur-Videos: Fußballverband grätscht Hartplatzhelden vor Gericht ab

Das Landgericht Stuttgart hat gestern der Klage des Württembergischen Fußballverbands (WFV) entsprochen, der dem Portal Hartplatzhelden untersagen will, Videos von Wettbewerbsspielen aus seiner Region zu zeigen. Ein formidables Eigentor haben die WFV-Apparatschiks aus Stuttgart da geschossen.

Aber noch gibt es Hoffnung: "[D]ie Hartplatzhelden nehmen die Hinspielniederlage aufgrund schwacher Schiedsrichterleistung sportlich und gehen in die nächste Instanz", schreibt Jürgen Kaube in der "FAZ" in seinem außergewöhnlich parteiischen Artikel "Kein Platz für Amateure im Internet".

Auch ich bin parteiisch in dieser Sache: Ich drücke dem geschätzten Journalisten-Kollegen und anerkannt Fußballverrückten Oliver Fritsch, der mit seinem Team dieses Portal betreibt, die Daumen für das "Rückspiel".

Auf Hartplatzhelden.de kann man sich in einer Unterschriftenliste solidarisch mit den Betreibern zeigen, dort findet sich auch ein Pressespiegel, der den Ärger über das mangelnde Medien- und Kulturverständnis der württembergischen Fußballfunktionäre eindrucksvoll dokumentiert.

Dienstag, 6. Mai 2008

Ich bin kein Blog-Stachanowist!

Im Weblog Medienlese mahnt der geschätzte Autor Ole Reißmann mich schon mal höflich an: "Immerhin noch auf drei Posts im April kommt der Netzjournalist", heißt es im Beitrag mit dem niederschmetternden Titel "Bloggerland scheint ausgebrannt". Drüben, in meinem anderen Blog, dem Gemeinschaftsangebot Onlinejournalismus.de sieht es auch nicht viel besser aus, zumindest von meiner Seite. Was ist los? Nun, ein Blog-Stachanowist war ich ja noch nie. Es fehlt mir einfach die Zeit und die Muse, zum Bloggen. Aber ich will freilich irgendwann wieder mehr machen, ich fühle mich (noch) nicht ausgebrannt. (-;

Fast täglich gibt es meine Fundstücke zum Thema (Online-)Journalismus unter: http://del.icio.us/Onlinejournalismus.

Wesentlich engagierter setzt sich Christian Jakubetz (auch kein Blog-Stachanowist!) mit dem Thema auseinander: "Bloggerland ist nicht ausgebrannt".

Mittwoch, 23. April 2008

Wunderbares Websehen

Heute meldete das Adolf-Grimme-Institut, dass die Nomininierungen für den Grimme Online Award 2008 (hoffentlich dieses Jahr ohne seltsame Entscheidung etc. pp.) am 8. Mai bekanntgegeben werden. Ja, der Preis hat für mich immer noch einen gewissen Wert, mit Onlinejournalismus.de haben wir ihn 2003 in der Kategorie Medienjournalismus gewonnen. Ein paar Monate später demolierte ich den schönen Pokal. Versehentlich, selbstverständlich. Ach, was ich eigentlich sagen wollte: Ich würde mich sehr freuen, wenn etwa das Weblog Websehen ("Dokumentation und Analyse journalistischer Videoformate im Internet") diesen Preis in diesem Jahr erhalten würde. Nur mal so gesacht. (-;

Dienstag, 15. April 2008

Geokodierte Nachrichten: Noch ist die Kirche im Beta-Dorf

screenshot_suedwest-presse"Ganz neue Möglichkeiten der Nutzung" möchte die "Südwest Presse" mit ihrem neuen Online-Auftritt für Ulm und Neu Ulm bieten. Alle Meldungen auf der Seite sind geokodiert: "So sieht der Nutzer auf einen Blick, wo sich etwas ereignet hat", schreiben die Schwaben.

Es ist das übliche Spielchen: Auf einer Karte werden durch Zeilensymbole Nachrichten symbolisiert, mit Zahlen Veranstaltungshinweise. Nach dem Anklicken erhält der Nutzer die jeweilige Meldung, umgekehrt funktioniert das Ganze (noch?) nicht: beim Klick auf "Karte" erscheint nur die ganze Karte ohne auf den jeweiligen Ort zu verweisen. Die Karte basiert auf Microsofts Virtual Earth.

Die Mischung von Anreißern weniger Meldungen in der linken Spalte und die Anzeige aller Meldungen auf der Karte ist unübersichtlich und irritierend, das ist einfach noch zu unausgereift. Die angepriesene Suche nach Ämtern oder Geldautomaten funktioniert noch nicht; aber im Seitenkopf sieht man ja auch noch das Wörtchen "beta". Unterm Strich ist es ein interessanter Ansatz, den wir weiter beobachten werden.

Mittwoch, 2. April 2008

Als Verlag ins Internet investieren? Find ich immer gut ...

Im aktuellen Newsletter von News Aktuell (Download als PDF, 8 Seiten, 1,33 MB) heißt es: "Die meisten deutschen Journalisten sind der Meinung, dass sich die Investitionen der Verlage in Internetangebote und Web-Firmen lohnen werden. Das ergab der Medien-Trendmonitor der dpa-Tochter news aktuell und Faktenkontor".

Die konkrete Frage lautete "Verlage investieren im großen Umfang in Internetangebote und Internetfirmen. Lohnt sich das?" Die Antworten waren in der Tat überwiegend positiv, wobei Mehrfachnennungen möglich waren (danach waren es sogar über 100 Prozent, die das Ganze irgendwie positiv sahen).

Ja eine gute Sache, investieren ins Internet, ist doch zukunftsweisend, und die meisten Online-Redaktionen sind doch eh noch personell chronisch unterbesetzt, wie kürzlich ja sogar die Umfrage zum Onlinejournalismus des arbeitgebernahen Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) belegte, wo resümiert wurde: "Für den hochwertigen Journalismus im Netz sind das nicht die besten Bedingungen." Also, um es mal salopp zu formulieren: "Her mit der Kohle!"

Nur ist eben so, dass einige Verlage viel Geld in Objekte investieren, die ich gelinde gesagt für virtuelle Luftschlösser halte (ausführlicher hierzu etwa mein Artikel "Millionenschweres Provisorium" in "Journalist" 9/2007, leider nicht online). Weitere Kritik an Investitionen für gewisse Onlineplattformen äußerte in der März-Ausgabe des "Journalist" Falk Lüke: Damit sich das große Engagement der Verlage auch auszahlt, benötigen diese vor allem die Aufmerksamkeit der Nutzer. Folge: "Journalistische Angebote vermischen sich jedoch häufig mit den verlagseigenen 'neuen Geschäften'. Auch in den Navigationen von zeit.de oder Spiegel Online sind die kommerziellen Verlagsangebote nicht als Werbung erkennbar", schreibt Lüke.

Die meines Erachtens etwas blumige Fragestellung und Interpretation der oben genannten Umfrage könnte ein Gegenstand bei den kommenden Diskussionsrunden von News Aktuell innerhalb der Media Coffee-Reihe sein, die im gleichen Newsletter angekündigt werden. Darin wird erwähnt, dass "Verlage zunehmend Internetfirmen [aufkaufen], die mit dem eigentlichen Kerngeschäft wenig zu tun haben."

Nachtrag 03.04.08
Als vernünftiges Investment eines Verlagshauses betrachte ich beispielsweise die gestern verkündete Beteiligung des Madsack MediaLabs an MyHeimat, eine der wenigen auch ökonomisch funktionierenden Bürgerjournalismus-Plattformen (wir berichteten).

Nachtrag 04.04.08
Eine Aufstellung der "Beteiligungen und Marken in den digitalen Medien – außerhalb des Markenkosmos der traditionellen Medien" entdeckte ich eben (via Hugo E. Martin) bei Werben & Verkaufen. Das von der Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants GmbH erstellte Papier ist auf dem Stand vom Februar 2008 (Download als PDF, 2 Seiten, 115 kb).

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