Verblödungsoffensive bei Sueddeutsche.de?

Nein, ich habe kein Problem mit Sueddeutsche.de - auch wenn mir manche Dinge ("Die 100 besten Biere der Welt", die interaktiv aufbereiteten Schlafstätten der G8-Größen oder die PR-Arbeit für Persil) dort nicht gefallen. Was mich jetzt schon wieder aufregt? Seit zwei Tagen gibt es im Politik-Ressort einen mäßig lustigen Beitrag über die Warteschleifemelodien der Bundestagsparteien; selbstverständlich multimedial und interaktiv aufbereitet (mit Hörbeispielen und Abstimmmöglichkeit) und ein paar Klicks sollen auf sieben Seiten natürlich auch generiert werden. Ist das der "Qualitätsjournalismus, der auch online der gedruckten Zeitung entspricht", von dem Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs gerne spricht? Bei Angeboten wie RTL.de halte ich so etwas für legitim, aber bei Sueddeutsche.de erwarte ich so etwas einfach nicht, das kommt mir dann eben wie eine Verblödungsoffensive vor. Aber vielleicht bin ich auch nur zu humorlos, zu anspruchsvoll oder ein gebranntes Kind, da ich vor knapp zehn Jahren bei ProSieben.de ähnliche Dinge mitmachen musste?
Helmut Weiss (Gast) - 2007/07/05 17:34

Verblödungsoffensive

Kann Ihren „heiligen Zorn“ auf die von Ihnen angesprochenen Ärgernisse sehr gut nachvollziehen. Persönlich ärgere ich mich auch schon seit einiger Zeit über diese inflationär verbreitete Unsitte, die Sie als „Verblödungsoffensive“ bezeichnen. Dies ist für mich auch kein Anzeichen für fehlenden Humor oder zu hohen Anspruch. Jedoch glaube ich nicht, dass es sich dabei um ein „exklusives“ Problem der SZ handelt. Das wird von allen „journalistisch“ anspruchsvollen Medien im Web praktiziert. Der Erfolgsmaßstab für Internet-Angebote sind leider Klick-raten, „Page Impressions“, „unique visitors“, etc. Solange die Werbewirtschaft hier nicht umdenkt, wird der SZ, FAZ & Co wohl nichts anderes übrig bleiben, als diesen Unfug mitzumachen. Denn ohne Online-Werbung kann man hochwertige journalistische Inhalte im Netz nicht finanzieren. Die Nutzer wollen die Inhalte ja weiterhin kostenfrei. Solange die Qualität der „echten“ journalistischen Inhalte (Nachrichten, Features, Meinungen, etc.) nicht darunter leidet, bin ich noch geneigt „gnädig“ über diesen Quatsch hinweg zu sehen. Also Kopf hoch!

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