"Bildunterschrifts-Satzkrüppel" und "metaphorisch-syntaktische Pretiosen"

Passend zum Seminar Online-Journalismus erlaube ich mir, einen der "Briefe an die Leser" aus der aktuellen "Titanic" (kaufen!) hier im Volltext zu zitieren:

Online-Journalismus, ARD,
gut und schön, wahrscheinlich geht’s da ja gezwungenermaßen hoppdihopp und aktualitätshalber nicht immer ganz sattelfest zu; aber die Homepage zu Deinem History-Knüppel »Speer und Er«, die wurde doch nicht stündlich aktualisiert; und deswegen wüßten wir auch gerne, was für eine Erklärung Du hast für den neuestdeutschen Bildunterschrifts-Satzkrüppel »Adolf Hitler und Albert Speer vor Stadion Modell Berlin« und metaphorisch-syntaktische Pretiosen wie »Speer malt einen sympathischen Künstler, der politisch ahnungslos ist und dieses Bild mit den passenden Mosaiksteinen aus dem Geröll der Geschichte stützt«. Du bist, ARD, doch so was wie ein Erstes Deutsches Fernsehen; und wenn Deine Praktikanten oder werweiß Abteilungsleiter sich in der Muttersprache nicht ausdrücken können, dann mußt Du’s ihnen halt mal beibringen.
Wenn Du das überhaupt kannst.
Im Zweifel: Titanic

Schade, beim zuständigen WDR liest offenbar niemand die "Titanic" – bisher wurde auf der "Speer und Er"-Seite nichts geändert.

Wenig tröstlich, dass auch andere Medienmacher ihr Fett abbekommen; suchen Sie sich Ihre Lieblinge aus: Hellmuth Karasek, Mathias Döpfner, Reinhold Beckmann, die "Focus"-Redakteure und die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".
Turin - 2005/05/30 09:48

Was ist denn eine Pretiose? *g

Netzjournalist - 2005/05/30 10:46

Pre|ti|o|sen

vgl. Preziosen

Pre|zi|o|sen, auch Pre|ti|o|sen Plur. <lat.> (Kostbarkeiten, Geschmeide)
Duden – Die deutsche Rechtschreibung
che2001 - 2005/06/03 13:31

Heute in Sprachschänderhausen

Allenthalben erleben wir einen rapiden Verlust journalistischer Qualität: Im Dudelradio morgens hirnloses, von Gelächter über die eigenen Witze begleitetes Gequatsche, das mich längst dazu gebracht hat, nur noch Deutschland Radio Berlin, radio 21 oder eigene CDs zu hören und auf den Verkehrsfunk dann eben zu verzichten, lieber Stau als Niveaulosigkeit. Bei der Presseschau am Sonntag morgen sind außer Herrn Prantl fast nur noch überzeugte Neoliberale anzutreffen, das Für und Wider der aktuellen Reformpolitik wird überhaupt nicht mehr diskutiert, nur noch Details der Durchführung.
Angesichts solcher inhaltlichen Defizite müssen die sprachlichen Lapsi nicht verwundern. Hach, was sehne ich mich zurück nach dem Spiegel unter Böhme, nach der Woche, nach den Tagesthemen unter Hajo Friedrich, nach Report unter Franz Alt, nach dem aktuellen Frühschoppen, nach Henning Venske beim NDR.

Natürlich gibt es auch Felsen und sogar Klippen in der Brandung. Mit Don ist es something special ;-), hinsichtlich Sprachniveau fällt mir an erster Stelle der unaffirmierbarste von Allen ein: Hermann Gremliza.

Netzjournalist - 2005/06/03 16:18

Hi Che, freut mich, das Du auch mal hier her gefunden hast (ich lese Deine besonnenen Kommentare bei Don gerne).

Hm Franz Alt ... Der ist mittlerweile, wie so viele andere schon etwas - sagen wir es milde - "abgedriftet". Hat er nicht auch für das uralte "Konkret" mal geschrieben, ja ja, da waren viele dabei, die heute anderweitig orientiert sind ...?

Hey, Hermann L. Gremliza bitte. (-;
che2001 - 2005/06/05 15:39

Danke, ich schaue jetzt öfter mal herein. Sorry, natürlich Hermann L. Gremliza, wie konnte mir das passieren? Dass Franz Alt heutzutage nicht mehr alle Fliegenden Untertassen im Schrank hat ist sicher richtig, aber damals war er das Ausnahmephänomen eines Radilaldemokraten in der CDU.

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