Rezension: Taschenspielertricks im Netz

„Klicks, Klicks, Klicks“, so wird der Leser gleich im Vorwort dieses Gutachtens auf das Thema eingestimmt. Ohne akademische Schnörkel kommen die Autoren, beide selbst als Online-Redakteure tätig, zur Sache und zeigen anhand praktischer Beispiele, wie das Internet-Geschäft heutzutage funktioniert. „Fast alle [Online-]Redaktionen (...) schreiben für die Spaßgesellschaft und bedienen sich lustvoll aus dem Werkzeugkasten des Edelboulevards“, lautet eine der Erkenntnisse. Sachlich wird dargestellt, wie die Werbung im Internet funktioniert und zu welchen Eskapaden die Redakteure gezwungen werden, damit sie die gewünschten Quotenziele erreichen – von „Page-View-Huren“ sei dann sogar die Rede. Es wird deutlich, warum der Journalismus im Netz häufig doch recht armselig ist. Auch für Nicht-Onliner ist die Lektüre dieses Werkes zu empfehlen.
Steffen Range, Roland Schweins, Gutachten im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung: Klicks, Quoten, Reizwörter: Nachrichten-Sites im Internet – wie das Web den Journalismus verändert. Friedrich-Ebert-Stiftung, 2007, 120 Seiten, kostenlos, ISBN 978-3-89892-625-6.
Download als PDF-Datei, 2,3 MB: www.tinyurl.com/2fzmt8. Gedruckt kann die Broschüre unter folgender E-Mail-Adresse bestellt werden: presse@fes.de Bestellnummer Puma 6054.
„Blog für Qualitätsjournalismus“ der Autoren: werkkanon.blogspot.com
Diese Kurzbesprechung ist im „BJV report" des Bayerischen Journalisten-Verbands erschienen.
Netzjournalist - 2007/10/17 14:57